Rankgitter & Spalier selber bauen

Rankgitter mit Kletterpflanze
Rankgitter mit Kletterpflanze

SEO-Title: Rankgitter selber bauen: Anleitung aus Holz
Meta-Description: Rankgitter selber bauen aus Holz – Materialwahl, Lattenstaerken, Verleimung, Schritt-fuer-Schritt-Anleitung und millimetergenauer Zuschnitt vom Fachhandel.
Hauptkeyword: rankgitter selber bauen

Eine Clematis, die im dritten Standjahr ploetzlich ueppig treibt, kann erstaunlich schwer werden – feucht und voll im Laub bringt so eine Pflanze samt nassem Holzgeruest leicht 15 bis 20 Kilogramm auf die Wand. Genau hier scheitern die meisten gekauften Baumarkt-Spaliere: Die fingerdicken Leistchen biegen sich nach zwei Sommern durch, die Tackerklammern rosten, und im Winter zerlegt der erste Sturm das Gitter. Wer ein Rankgitter selber bauen moechte, das nicht nur eine, sondern zehn oder fuenfzehn Saisons haelt, denkt deshalb von Anfang an wie ein Konstrukteur und nicht wie ein Bastler.

Die gute Nachricht: Ein stabiles, langlebiges Spalier aus Holz ist handwerklich keine Raketenwissenschaft. Sie brauchen kein Schreinerwissen und keine teure Maschinenausstattung. Was Sie brauchen, ist die richtige Holzauswahl, ein durchdachtes Rastermass, saubere Verbindungen und einen vernuenftigen Wetterschutz. Genau diese vier Punkte entscheiden darueber, ob aus Ihrem Projekt ein dekoratives Dauerwerk wird oder Brennholz auf Raten.

In dieser Anleitung gehen wir der Reihe nach durch: welche Holzart fuer welchen Standort taugt, welche Lattenstaerken Sie wirklich brauchen, wie Sie ein freistehendes Spalier und ein wandmontiertes Rankgitter aufbauen, wie Sie die Rahmen verbinden, ohne dass sie sich verziehen, und welche Pflanzen welche Tragkraft verlangen. Sie bekommen konkrete Masse in Millimetern, ehrliche Hinweise dazu, wo Sie sparen koennen und wo nicht, und am Ende eine Fehlerliste, die Ihnen die typischen Anfaengerpannen erspart. Wer lieber rechnet als saegt: Auch der millimetergenaue Zuschnitt fertig zugesaegter Latten ist ein gangbarer Weg, gerade wenn Ihnen die Kappsaege fehlt oder die Schnitte exakt rechtwinklig sein muessen.

Inhaltsverzeichnis

Die richtige Holzart fuer Ihr Spalier

Ein Rankgitter steht das ganze Jahr im Freien, ist Schlagregen, Frost und im Sommer praller Sonne ausgesetzt – und wird durch die Pflanze obendrein dauerhaft beschattet und feucht gehalten. Das ist mit Abstand die anspruchsvollste Belastung fuer Holz im Garten, anspruchsvoller als ein Zaun oder eine Pergola, weil die Trocknungsphasen fehlen. Die Holzart entscheidet deshalb mehr ueber die Lebensdauer als jede Lasur.

Laerche (Sibirische oder europaeische): Der pragmatische Standard. Sibirische Laerche erreicht unbehandelt 12 bis 15 Jahre, ist von Natur aus harzreich und damit relativ pilzresistent (Dauerhaftigkeitsklasse 3). Sie arbeitet wenig, neigt aber zum Harzaustritt und vergraut wie alle Hoelzer ohne Pflege. Preislich liegt sie im mittleren Bereich.

Douglasie: Aehnlich wie Laerche, etwas guenstiger, mit roetlichem Kern. Ebenfalls Klasse 3, gut fuer Konstruktionsholz. Achten Sie auf kernholzreiche Ware – das hellere Splintholz fault deutlich schneller.

Eiche und Robinie: Die Koenigsklasse. Robinie ist mit Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2 das langlebigste heimische Holz, haelt unbehandelt 25 Jahre und mehr, ist aber teuer, schwer zu bearbeiten und oft nur in krummen Querschnitten erhaeltlich. Eiche ist gerbsaeurehaltig und vergraut elegant, blutet anfangs aber dunkel aus.

Kesseldruckimpraegniertes (KDI) Kiefer: Die guenstigste Variante. Imitiert per Druckimpraegnierung eine hoehere Dauerhaftigkeit und haelt so 10 bis 15 Jahre. Optisch zunaechst gruenlich, spaeter vergrauend. Fuer ein reines Nutzspalier am Gemuesebeet voellig in Ordnung, fuer die repraesentative Hausfassade eher nicht.

Von unbehandelter Fichte oder Tanne als Rankgitter-Material ist abzuraten: Dauerhaftigkeitsklasse 4 bedeutet im Dauerfeuchten-Einsatz oft nur drei bis fuenf Jahre Lebensdauer – selbst mit Lasur. Eine breite Auswahl an witterungsbestaendigem Konstruktionsholz fuer Garten und Terrasse in Laerche und Douglasie deckt praktisch alle Rankgitter-Vorhaben ab.

Lattenstaerken und Rastermass – die Statik

Hier liegt der haeufigste Konstruktionsfehler. Ein Rankgitter ist kein Bilderrahmen, sondern ein Tragwerk, das eine schwere, windangreifende Pflanze halten muss. Die Faustregel: Der Rahmen traegt, das Gitter fuehrt nur.

Aussenrahmen: Fuer ein wandmontiertes Gitter bis etwa 180 x 60 cm reichen Rahmenleisten von 40 x 40 mm oder 45 x 45 mm. Bei freistehenden Elementen ab 180 cm Hoehe sollten es 50 x 50 mm oder besser 60 x 40 mm hochkant sein, damit der Rahmen sich nicht in sich verdreht. Die senkrechten Pfosten eines freistehenden Spaliers, die im Boden verankert werden, brauchen mindestens 70 x 70 mm, bei ueber zwei Metern Hoehe 90 x 90 mm.

Gitterlatten: Die eigentlichen Sprossen, an denen sich die Pflanze haelt, duerfen filigraner sein. Bewaehrt haben sich 18 x 40 mm oder 27 x 27 mm Dachlatten-Querschnitt. Duenner als 18 mm wird heikel: Solche Leisten reissen beim Verschrauben am Rand aus und biegen sich unter Last.

Rastermass: Das Maschenmass richtet sich nach der Pflanze. Fuer Kletterpflanzen mit Ranken (Clematis, Wein, Geissblatt) ist ein engmaschiges Raster von 10 bis 15 cm ideal, weil sich die feinen Ranken festhalten muessen. Fuer Schlinger, die sich um Staebe winden (Bohnen, Winde, Glyzinie), genuegen 20 bis 30 cm. Ein zu weites Raster laesst die Pflanze ins Leere greifen, ein zu enges wirkt massig und verschattet sich selbst.

Rechenbeispiel fuer ein Standardgitter 60 x 180 cm im 15-cm-Raster: vier senkrechte Sprossen (Abstand 15 cm) und elf waagerechte ergeben ein ausgewogenes Bild und 44 Kreuzungspunkte – jeder davon ein potenzieller Befestigungspunkt fuer die Pflanze.

Rankgitter fuer die Wand bauen

Das wandmontierte Spalier ist das einfachste Projekt und der ideale Einstieg. Sie bauen im Prinzip einen flachen Rahmen mit Innengitter und haengen ihn mit Abstand vor die Wand.

Schritt 1 – Rahmen ablaengen: Schneiden Sie die vier Rahmenleisten exakt rechtwinklig zu. Bei einem 60 x 180 cm Gitter mit 40-mm-Leisten und Stossverbindung an den Ecken brauchen Sie zwei Leisten 180 cm und zwei 52 cm (60 cm minus zweimal 4 cm). Saubere Gehrungen oder einfache Stossfugen – beides funktioniert, Stoss ist anfaengerfreundlicher.

Schritt 2 – Rahmen verschrauben: Bohren Sie jede Verbindung vor (3-mm-Bohrer), sonst reisst das Stirnholz. Verwenden Sie pro Ecke zwei Edelstahl-Spaxschrauben 4 x 60 mm, damit der Rahmen nicht kippeln kann. Pruefen Sie die Diagonalen mit dem Massband: Sind beide gleich lang, steht der Rahmen rechtwinklig.

Schritt 3 – Gitter einsetzen: Legen Sie die Sprossen im gewaehlten Raster auf, erst die senkrechten, dann die waagerechten darueber. Jeden Kreuzungspunkt mit einer kurzen Edelstahlschraube 3,5 x 30 mm fixieren, wieder vorgebohrt. Wer es eleganter mag, faest die Sprossen halb ueberblattet ineinander – das ist die saubere Schreinerloesung, kostet aber Zeit.

Schritt 4 – Abstandhalter: Entscheidend fuer die Lebensdauer von Holz und Wand: Montieren Sie das Gitter mit mindestens 5 cm Wandabstand. Dazu setzen Sie Distanzhuelsen oder kurze Holzkloetze hinter die vier Befestigungspunkte. Dieser Luftspalt laesst die Triebe hinter dem Gitter durchwachsen, haelt die Hauswand trocken und das Holz luftumspuelt – beides verhindert Faeulnis.

Freistehendes Spalier und Sichtschutz-Rankhilfe

Ein freistehendes Spalier – etwa als gruener Raumteiler auf der Terrasse oder als Sichtschutz – muss zusaetzlich Windlast aufnehmen und kippsicher gegruendet werden. Hier wird die Pfostengruendung zum kritischen Bauteil.

Variante Bodenhuelse: Einschlaghuelsen oder Aufduebelplatten sind die schnellste Loesung. Fuer ein Spalier bis 180 cm Hoehe ausreichend, sofern die Pfosten mindestens 70 x 70 mm stark sind. Nachteil: Im exponierten Wind wackelt die Konstruktion bei Huelsen mit kurzem Schaft.

Variante Punktfundament: Die stabile Loesung. Graben Sie pro Pfosten ein Loch von 30 x 30 cm und 60 bis 80 cm Tiefe (frostfrei), setzen Sie einen H-Pfostenanker in Beton und schrauben den Pfosten erst nach dem Aushaerten an. So steht der Pfosten nie im Erdreich und kann nicht von unten faulen – der mit Abstand haeufigste Versagensgrund bei freistehenden Spalieren.

Aufbau: Zwischen zwei oder drei Pfosten spannen Sie den Gitterrahmen, exakt wie beim Wandgitter beschrieben, nur dass Sie ihn beidseitig in die Pfosten einlassen oder mit Winkeln verschrauben. Bei Sichtschutzhoehe ab 160 cm empfiehlt sich eine waagerechte Mittelstrebe als Aussteifung, sonst pendelt das Element bei Wind. Konstruktionsholz in passenden Querschnitten und Laengen finden Sie im Sortiment fuer Garten und Terrasse – achten Sie auf gehobelte Ware, die splittert weniger und nimmt Lasuren gleichmaessiger an.

Ein Spalier ist uebrigens ein gutes Einstiegsprojekt, bevor Sie sich an groessere Gartenholz-Vorhaben wie eine komplette Terrasse wagen – die Grundprinzipien von Holzauswahl, Gruendung und Wetterschutz sind dieselben.

Verbindungen, Verleimung und Schraubtechnik

Wie Sie die Hoelzer verbinden, entscheidet darueber, ob das Gitter nach drei Jahren noch in der Flucht steht oder sich zum Propeller verzogen hat.

Schrauben statt Tackern: Verzichten Sie auf Tackerklammern und Naegel. Beide haben keine Auszugskraft, rosten an der Kontaktstelle und reissen unter Pflanzenlast aus. Nutzen Sie ausschliesslich Edelstahlschrauben (A2, bei Kuestennaehe A4). Verzinkte Schrauben reagieren mit der Gerbsaeure von Eiche und Laerche und hinterlassen schwarze Laufnasen.

Vorbohren ist Pflicht: Holzleisten unter 30 mm Breite reissen ohne Vorbohren am Rand fast immer auf. Bohren Sie mit etwa 70 Prozent des Schraubendurchmessers vor, am Kopf leicht senken.

Verleimung – wann sie sinnvoll ist: Verschraubte Verbindungen brauchen im Aussenbereich normalerweise keinen Leim. Wenn Sie ueberblattete oder gezapfte Verbindungen wirklich kleben wollen, kommt nur ein D4-Leim infrage. Die Verleimungsklasse D4 nach DIN EN 204 ist die hoechste Stufe fuer dauerhaft wasserbeanspruchte Verbindungen im Aussenbereich – D3 reicht nur fuer gelegentliche Feuchte, D1 und D2 sind reine Innenraumklebstoffe und im Garten nutzlos. Praxistipp: Fuer ein simples geschraubtes Gitter sparen Sie sich den Leim komplett und setzen lieber eine Schraube mehr.

Arbeitsrichtung beachten: Holz quillt und schwindet quer zur Faser. Verschrauben Sie nie zwei breite Bretter starr ueber Kreuz, ohne Bewegung zuzulassen – bei den schmalen Leisten eines Rankgitters ist das unkritisch, bei breiteren Sichtschutzelementen aber relevant.

Wetterschutz und Montageabstand

Selbst Laerche und Douglasie halten laenger mit etwas Pflege – und manche Konstruktionsdetails sparen Ihnen jahrelanges Nachstreichen.

Endkanten zuerst: Wasser dringt fast immer ueber die Stirnholz-Endkanten ein, weil dort die Kapillaren offen liegen. Streichen Sie alle Schnittkanten vor der Montage doppelt mit Lasur oder Endkantenversiegelung. Diese fuenf Minuten Mehraufwand verdoppeln oft die Lebensdauer der Verbindungen.

Lasur statt Lack: Verwenden Sie offenporige Duennschichtlasuren, keine filmbildenden Lacke. Lack platzt im Aussenbereich ab und laesst dann gezielt Wasser unter die Schicht. Lasur dringt ein, vergraut langsam und laesst sich ohne Abschleifen ueberstreichen. Rechnen Sie mit Nachstreichen alle zwei bis drei Jahre – oder lassen Sie das Holz bewusst silbergrau vergrauen, was technisch unbedenklich ist.

Kein Bodenkontakt: Kein Holzteil sollte dauerhaft auf der Erde aufliegen oder in Pfuetzen stehen. Setzen Sie freistehende Rahmen mindestens 5 cm ueber Bodenniveau ab und schraegen Sie obere Abschlussleisten leicht an, damit Wasser ablaeuft.

Wandabstand: Wie erwaehnt – mindestens 5 cm Luft zwischen Gitter und Hauswand. Das ist kein Schoenheitsdetail, sondern der Unterschied zwischen einem trockenen und einem dauerfeuchten Holz.

Welche Rankhilfe fuer welche Pflanze

Die Konstruktion folgt der Pflanze, nicht umgekehrt. Kletterpflanzen klettern auf sehr unterschiedliche Weise, und ein Rankgitter, das fuer Clematis perfekt ist, kann fuer eine Glyzinie zu schwach sein.

Es gibt grob vier Klettertypen: Selbstklimmer (Efeu, Wilder Wein) haften mit Haftwurzeln direkt an der Wand und brauchen streng genommen gar kein Gitter – im Gegenteil, sie koennen den Putz schaedigen. Ranker (Clematis, Wein, Erbse) halten sich mit Blatt- oder Sprossranken an duennen Sprossen fest und lieben engmaschige Gitter. Schlinger (Glyzinie, Geissblatt, Hopfen) winden den ganzen Trieb um Staebe und brauchen senkrechte, dickere Fuehrungen. Spreizklimmer (Kletterrose, Brombeere) haben keinen eigenen Halt und muessen aktiv angebunden werden – hier zaehlen viele Kreuzungspunkte zum Festbinden.

Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Pflanzen ihren Anforderungen zu.

Pflanze Klettertyp Rastermass Tragkraft / Konstruktion
Clematis Ranker 10-15 cm, engmaschig Mittel, schwer im Alter – Rahmen 40 mm
Kletterrose Spreizklimmer 20-30 cm, viele Anbindepunkte Mittel bis hoch, stabiler Rahmen 50 mm
Glyzinie (Blauregen) Schlinger senkrechte Staebe, 30 cm Sehr hoch – Pfosten 90 mm, kein Filigrangitter
Weinrebe / Wein Ranker 15-20 cm Hoch im Vollertrag – krfaeftiger Rahmen
Feuerbohne / Winde Schlinger (einjaehrig) 20-30 cm, senkrecht Gering – leichte Gitter genuegen
Efeu / Wilder Wein Selbstklimmer kein Gitter noetig Hoch, aber selbsttragend an Wand

Praxis-Empfehlung: was fuer wen?

Der Heimwerker mit Gemuesebeet: Wenn Sie ein temporaeres Spalier fuer Bohnen, Erbsen oder einjaehrige Kletterer brauchen, genuegt KDI-Kiefer oder guenstige Laerche in 27 x 27 mm Latten mit 30-cm-Raster. Halten Sie es leicht und einfach geschraubt – solche Gitter duerfen nach ein paar Jahren ersetzt werden.

Die dekorative Hausfassade: Hier zahlt sich Laerche oder Douglasie aus, Rahmen 45 x 45 mm, engmaschiges 12-cm-Raster fuer Clematis oder Wein, sauber gelasurte Endkanten und 5 cm Wandabstand. Diese Investition haelt mit Pflege 12 bis 15 Jahre und sieht von Anfang an wertig aus.

Der Sichtschutz auf der Terrasse: Freistehend, ab 160 cm Hoehe, gehoeren Pfosten von 90 x 90 mm in Pfostenanker auf Punktfundamenten, dazu ein ausgesteifter Rahmen mit Mittelstrebe. Hier nicht am Querschnitt sparen – die Windlast ist erheblich.

Die schwere Dauerpflanze (Glyzinie, alte Kletterrose): Verzichten Sie auf filigrane Fertiggitter. Bauen Sie ein robustes Geruest mit senkrechten Fuehrungsstaeben und tragfaehigem Rahmen. Eine ausgewachsene Glyzinie kann mit ihrer Verholzung schwaches Gitterwerk regelrecht zerquetschen.

Wer sich beim Querschnitt unsicher ist: Im Zweifel eine Nummer staerker waehlen. Der Materialmehrpreis fuer 50er statt 40er Leisten ist gering, der Stabilitaetsgewinn erheblich.

Die haeufigsten Fehler

  1. Zu duenne Latten ohne Rahmenlogik. Ein Gitter aus durchgaengig 18-mm-Leistchen ohne tragenden Aussenrahmen biegt sich unter der ersten ausgewachsenen Pflanze durch. Trennen Sie immer zwischen tragendem Rahmen (dick) und fuehrenden Sprossen (duenn).
  2. Kein Wandabstand. Direkt an die Wand geschraubte Gitter halten Hauswand und Holz dauerfeucht. Faeulnis am Holz und Putzschaeden an der Wand sind programmiert. Mindestens 5 cm Luft sind Pflicht.
  3. Verzinkte oder schwarze Schrauben in gerbsaeurehaltigem Holz. In Laerche, Eiche und Douglasie reagiert verzinkter Stahl mit der Gerbsaeure und hinterlaesst haessliche schwarze Laufnasen. Nur Edelstahl A2 oder A4 verwenden.
  4. Pfosten direkt einbetonieren oder ins Erdreich setzen. Holz im Beton oder Boden saugt Wasser und fault von unten – meist genau dort, wo man es nicht sieht. Immer Pfostenanker mit Abstand zum Boden verwenden.
  5. Stirnholz-Endkanten ungeschuetzt lassen. Ueber die offenen Endkanten zieht Wasser am schnellsten ins Holz. Wer sie vor der Montage versiegelt, verlaengert die Lebensdauer der Verbindungen deutlich.

Haeufige Fragen (FAQ)

Welchen Wandabstand braucht ein Rankgitter wirklich, und warum?

Mindestens 5 cm, besser 6 bis 8 cm bei stark wuechsigen Pflanzen. Der Luftspalt erfuellt drei Funktionen: Die Triebe koennen hinter dem Gitter durchwachsen und sich rundum festhalten, die Hauswand bleibt trocken statt dauerhaft beschattet und feucht, und das Holz wird allseitig von Luft umspuelt und trocknet nach Regen ab. Ohne diesen Abstand staut sich Feuchtigkeit zwischen Gitter und Wand, was sowohl Holzfaeulnis als auch Putz- und Frostschaeden an der Fassade beguenstigt. Realisieren laesst sich der Abstand mit Distanzhuelsen, Edelstahl-Abstandhaltern oder einfachen Holzkloetzchen hinter den Befestigungspunkten.

Welche Verleimungsklasse brauche ich fuer geklebte Verbindungen im Aussenbereich?

Ausschliesslich D4 nach DIN EN 204 – die hoechste Beanspruchungsklasse fuer dauerhaft wasserbelastete Verbindungen im Freien. D3 ist nur fuer gelegentliche, kurzzeitige Feuchte gedacht und versagt im Dauereinsatz am Spalier. D1 und D2 sind reine Innenraumklebstoffe. In der Praxis braucht ein verschraubtes Rankgitter aber gar keinen Leim: Geschraubte Edelstahlverbindungen sind im Aussenbereich langlebiger und reparierbar. Leim lohnt nur bei ueberblatteten oder gezapften Schreinerverbindungen, die optisch besonders sauber sein sollen.

Wie weit muss das Maschenraster sein, damit sich Clematis festhalten kann?

Clematis ist ein Blattstiel-Ranker und braucht duenne Halterungen, um die Blattstiele herumzuwickeln. Ideal sind Sprossen von hoechstens 6 bis 8 mm Durchmesser oder schmale Leisten, in einem Raster von 10 bis 15 cm. An dicken Rundhoelzern ueber 12 mm findet Clematis keinen Halt mehr und rutscht ab. Deshalb funktionieren engmaschige Holzgitter, gespannte Draehte oder Schnursysteme deutlich besser als grobe Lattenkonstruktionen. Bei einem Holzgitter koennen Sie zusaetzlich duenne Querschnuere spannen, an denen sich die feinen Ranken zu Saisonbeginn festhalten.

Ist sibirische Laerche unbehandelt wirklich ausreichend witterungsbestaendig?

Ja, fuer ein Rankgitter ist sibirische Laerche unbehandelt eine solide Wahl. Sie gehoert zur Dauerhaftigkeitsklasse 3 (maessig dauerhaft) nach DIN EN 350, ist dichter und harzreicher als europaeische Laerche und erreicht im senkrechten, gut beluefteten Einbau ohne Erdkontakt realistisch 12 bis 15 Jahre. Unbehandelt vergraut sie zu einem gleichmaessigen Silberton, was rein optisch ist und die Statik nicht beeintraechtigt. Kritisch sind nur Stellen mit stehender Naesse und Erdkontakt – genau die vermeiden Sie durch Wandabstand, Pfostenanker und versiegelte Endkanten.

Wie tief muss das Fundament fuer ein freistehendes Spalier sein?

Fuer ein kippsicheres, freistehendes Spalier gehoeren die Punktfundamente frostfrei in den Boden, in Deutschland also 60 bis 80 cm tief. Flachere Gruendungen werden vom Frost gehoben und kippen ueber die Jahre aus der Flucht. Setzen Sie pro Pfosten ein Betonfundament von etwa 30 x 30 cm Grundflaeche und giessen einen H-Pfostenanker ein, sodass der Holzpfosten oberhalb des Bodens beginnt. Bei niedrigen Spalieren bis 120 cm ohne grosse Windangriffsflaeche genuegen oft Einschlaghuelsen, sobald aber Sichtschutzhoehe und eine voll belaubte Pflanze hinzukommen, fuehrt am frostfreien Fundament kein Weg vorbei.

Beratung und Bestellung

Ob Sie ein filigranes Wandgitter fuer Clematis oder ein tragfaehiges Pfostenspalier fuer Glyzinie planen – das passende Konstruktionsholz und die richtigen Querschnitte sind die halbe Miete. Wir liefern witterungsbestaendiges Holz in Laerche und Douglasie deutschlandweit und saegen Ihnen Latten, Rahmenleisten und Pfosten millimetergenau zu, sodass Sie auf der Baustelle nur noch verschrauben muessen. Wahlweise holen Sie Ihre Bestellung auch direkt bei uns in Winnweiler ab.

Bei Fragen zur Holzauswahl, zu Querschnitten oder zum Zuschnitt erreichen Sie unsere Fachberatung telefonisch unter +49 6302 600 41 63. Wenn Sie nach dem Spalier gleich die ganze Aussenflaeche in Holz denken, finden Sie im grossen Terrassendielen-Guide zu Material, Verlegung und Pflege alle Grundlagen zu Holzauswahl, Unterkonstruktion und Wetterschutz, die sich direkt auf Rankgitter und Gartenholz uebertragen lassen.

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