Wer durch ein modernes Krankenhaus, ein Schulgebäude oder eine architektonisch ambitionierte Wohnsiedlung läuft, sieht sie überall: HPL-Kompaktplatten. An vorgehängten Fassaden, als WC-Trennwand, als Schultisch-Oberfläche, als Möbelfront im Bad. HPL ist der Premium-Werkstoff im Plattensegment – und mit Abstand das teuerste Plattenmaterial. Pro Quadratmeter kostet eine 8-mm-HPL-Kompaktplatte oft mehr als eine 38-mm-Multiplexplatte. Trotzdem ist die Nachfrage hoch, und in vielen Anwendungen führt an HPL kein Weg vorbei.
Warum eigentlich? Was macht eine HPL-Kompaktplatte technisch so besonders, dass sie diese Preisklasse rechtfertigt? Und in welchen Fällen lohnt sich die Investition wirklich – während in anderen Anwendungen Multiplex, MDF oder Spanplatte die wirtschaftlichere Wahl wären?
Dieser Artikel beantwortet diese Fragen. Wir gehen den Aufbau einer HPL-Platte Schicht für Schicht durch (Phenolharz-Kern, Dekorlagen, Verpressung), zeigen die typischen Anwendungsbereiche – Sanitär, Labor, Schule, Gesundheitswesen, Fassade, hochwertige Möbel –, sprechen über Stärken, Verarbeitungsbesonderheiten (Hartmetall-Werkzeuge sind Pflicht) und vergleichen die Lebenszykluskosten mit günstigeren Alternativen.
Wer den größeren Plattenwerkstoff-Überblick sucht, findet diesen im Plattenwerkstoffe-Vergleich, wo HPL neben den anderen sieben gängigen Plattentypen eingeordnet wird. Hier konzentrieren wir uns ausschließlich auf HPL-Kompaktplatten und ihre Eigenheiten.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine HPL-Kompaktplatte?
- Aufbau und Herstellung im Detail
- Eigenschaften und Performance
- Innenanwendungen: Sanitär, Labor, Möbel, Bildungseinrichtungen
- Außenanwendungen: vorgehängte Fassade, Außenmöbel
- Stärken-Standards und gängige Formate
- Verarbeitung: Sägen, Bohren, Befestigen
- Wann lohnt sich HPL – wann nicht?
- Häufige Fragen (FAQ)
- Plattenzuschnitt und Beratung
Was ist eine HPL-Kompaktplatte?
HPL steht für High Pressure Laminate – auf Deutsch „Hochdruck-Schichtstoff“. Eine Kompaktplatte ist die selbsttragende Variante dieses Schichtstoffs: anders als HPL-Schichten, die auf einem Trägermaterial (Spanplatte, MDF) aufgeklebt werden, ist die Kompaktplatte ein durch und durch homogener, eigenständiger Werkstoff – Sie können eine HPL-Kompaktplatte ohne Trägermaterial direkt verbauen.
Eine HPL-Kompaktplatte besteht aus drei Schichten:
- Innenkern (mehrere Lagen Kraftpapier mit Phenolharz): Mehrere Dutzend Lagen Kraftpapier (vergleichbar mit dickem braunem Packpapier), die in Phenolharz getränkt sind. Diese Kernschicht macht den Hauptanteil der Plattenstärke aus und gibt der Platte ihre Stabilität und Festigkeit.
- Dekorpapier: Eine dünne Schicht bedrucktes Papier, getränkt in Melaminharz. Das Dekorpapier liefert die sichtbare Farbe oder das Dekor (Holznachbildung, Steinoptik, Unifarbe).
- Overlay: Eine durchsichtige, sehr harte Deckschicht (ebenfalls Melaminharz mit feinen Mineralpartikeln), die Kratzfestigkeit, UV-Schutz und Hygiene-Eigenschaften liefert.
Diese drei Schichten werden bei etwa 90 bar Druck und 140–150 °C in Heißpressen verpresst. Das Phenolharz und das Melaminharz härten dabei chemisch aus – die Platte wird zu einem extrem dichten, faktisch nicht-porösen Material mit Rohdichten über 1.350 kg/m³. Im Vergleich: Multiplex hat 720 kg/m³, MDF 750 kg/m³, Spanplatte 660 kg/m³. HPL ist also fast doppelt so dicht wie die meisten Holzwerkstoffe.
Aufbau und Herstellung im Detail
Wer eine HPL-Kompaktplatte an der Schmalseite betrachtet, sieht den charakteristischen Querschnitt: ein dunkelbrauner bis schwarzer Kern (das verpresste Kraftpapier mit Phenolharz) und beidseitig die dünne, farbige Dekorschicht. Bei manchen modernen HPL-Platten ist der Kern durchgefärbt (z. B. weiß oder schwarz „uni-color“), sodass die Schmalseite optisch zur Sichtfläche passt – diese Variante ist teurer, aber für sichtbare Möbelschmalseiten optisch deutlich attraktiver.
Materialschichten im 8-mm-Querschnitt:
| Schicht | Material | Anteil |
|---|---|---|
| Overlay (transparent) | Melaminharz mit Mineralpartikeln | < 0,1 mm |
| Dekorpapier | bedrucktes Papier in Melaminharz | ca. 0,15 mm |
| Kraftpapier-Kern | Phenolharz-getränktes Kraftpapier | ca. 7,5 mm |
| Dekorpapier (Rückseite) | bedrucktes Papier in Melaminharz | ca. 0,15 mm |
| Overlay (Rückseite) | Melaminharz | < 0,1 mm |
Herstellungsprozess:
- Kraftpapier wird in Phenolharz-Bädern getränkt und getrocknet („imprägniert“).
- Dekorpapier wird in Melaminharz getränkt.
- Die imprägnierten Lagen werden zu einem Stapel geschichtet (in der Mitte etwa 30–80 Lagen Kraftpapier für eine 8-mm-Platte, oben und unten je ein Dekorpapier und ein Overlay).
- Der Stapel wird in eine Heißpresse gegeben und bei rund 90 bar und 140–150 °C über mehrere Minuten verpresst. Phenolharz und Melaminharz härten chemisch zu einem nicht-thermoplastischen, vernetzten Polymer aus.
- Nach Abkühlen werden die Platten zugeschnitten, geschliffen und für den Versand vorbereitet.
Das Ergebnis ist ein Werkstoff, der weder thermoplastisch noch faserig ist – sondern ein vollständig vernetzter Duroplast mit Papier-Bewehrung. Diese Struktur macht HPL extrem widerstandsfähig gegen Wasser, Chemikalien, mechanische Belastung und thermische Wechsel.
Eigenschaften und Performance
Mechanische Eigenschaften:
- Rohdichte: über 1.350 kg/m³ (etwa doppelt so hoch wie Spanplatte)
- Biegefestigkeit: 80–120 N/mm² (vergleichbar mit Multiplex, in einigen Werten überlegen)
- Druckfestigkeit: > 200 N/mm²
- Schlagzähigkeit: hoch, bricht nicht spröde
Hygienische Eigenschaften:
- Porenfreie Oberfläche: keine Aufnahme von Bakterien, Schimmel, Pilzen
- Beständig gegen Standard-Desinfektionsmittel (Krankenhaus-Niveau)
- Lebensmittelechte Varianten verfügbar (für Küchenarbeitsplatten und Lebensmittelindustrie)
Chemische Beständigkeit:
- Beständig gegen Säuren, Laugen, Lösungsmittel, organische Verschmutzungen
- Nicht angreifbar durch UV-Strahlung (Außenqualitäten)
- Im Innenbereich praktisch nicht alterungsempfindlich
Feuchteverhalten:
- Wasseraufnahme bei 24 h Wasserlagerung: < 3 % (zum Vergleich: Spanplatte 14–18 %, Multiplex 6–10 %)
- Maßänderung bei Klimawechsel: extrem gering
Brandverhalten:
- Standard-HPL: Brandklasse D-s2,d0 nach EN 13501
- Brandschutz-HPL (FR-Qualitäten): bis B-s1,d0, in einigen Varianten sogar A2 möglich
Witterungsbeständigkeit (Außenqualitäten):
- UV-stabil (Dekoroberfläche bleibt farbecht über Jahrzehnte)
- Frost-/Tau-wechselbeständig
- Gehalt von Feuchtigkeit, Hitze und Kälte ohne Verformung
Diese Kombination aus Eigenschaften – mechanisch fest, hygienisch, chemikalienbeständig, feuchteresistent, witterungsfähig, dabei in vielen Dekoren erhältlich – ist der eigentliche Grund für den HPL-Einsatz. Kein anderer Plattenwerkstoff bietet diese Kombination in einem Material.
Innenanwendungen: Sanitär, Labor, Möbel, Bildungseinrichtungen
Sanitär: WC-Trennwände und Sanitärausstattung
Hier dominiert HPL den Markt. WC-Trennwände aus 13-mm-HPL-Kompaktplatten sind Standard in öffentlichen Toiletten, Schwimmbädern, Hotels, Gastronomie. Vorteile: porenfreie Oberfläche (kein Bakterienwachstum), beständig gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel, kein Aufquellen bei Spritzwasser, Vandalismus-resistent (kratzfest, schmutzabweisend, beschriftungsbeständig). Eine HPL-WC-Trennwand hält 20+ Jahre, selbst bei intensiver Nutzung.
Labor- und Krankenhausmöbel
In Laboren werden HPL-Arbeitsplatten verbaut, weil keine andere Werkstoff-Kombination gleichzeitig chemikalienbeständig, mechanisch belastbar und hygienisch ist. Krankenhausmöbel (Patientenzimmer, Stationsküchen, Untersuchungsräume) nutzen HPL für Schrankfronten, Türen und Arbeitsflächen – die Kombination aus Hygiene und Vandalismusresistenz macht den Unterschied.
Schul- und Hochschulmöbel
Schultische, Gruppentische, Tafelfronten – fast alles in modernen Schulen ist HPL. Schultische ertragen über Jahre Bemalungen, Spritzwasser, Kratzversuche und tägliche intensive Reinigung. Eine MDF- oder Spanplattenoberfläche würde diese Belastung nicht überstehen.
Hochwertige Möbelfronten
HPL-Kompaktplatten als Möbelfronten sind im Premium-Möbelbau verbreitet. Vorteil gegenüber lackierten MDF-Fronten: keine Lackierung, die abblättern könnte; durchgehende Materialfarbe (bei uni-color HPL); kein Folierungs-Stoß an der Kante. Im Außenmöbelbau sind HPL-Fronten praktisch konkurrenzlos.
Wandverkleidungen in Hochbelastungsbereichen
Eingangsbereiche von öffentlichen Gebäuden, Treppenhäuser in Schulen, Krankenhauskorridore – überall, wo Wände hoher mechanischer und chemischer Belastung ausgesetzt sind, kommen HPL-Wandverkleidungen zum Einsatz.
Außenanwendungen: vorgehängte Fassade, Außenmöbel
Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
Die anspruchsvollste HPL-Anwendung. HPL-Fassadenplatten (in der Regel 8 mm stark) werden auf eine Unterkonstruktion (Aluminium oder Holz) montiert, mit definiertem Abstand zur Wärmedämmung. Die Hinterlüftung sorgt für Feuchteabführung. HPL-Fassaden sind UV-stabil, witterungsfest, in nahezu beliebigen Dekoren verfügbar (Holzoptik, Steinoptik, Metalloptik, Unifarben) und langlebig (30+ Jahre Lebensdauer).
Wichtig: Für die VHF brauchen HPL-Platten eine EDF-Klassifizierung nach EN 438-6 („Exterior grade Decorative laminates for Façades“) und meist eine ETA-Zulassung (European Technical Assessment) für den jeweiligen Anwendungsfall. Standardplatten für den Innenbereich sind nicht VHF-tauglich – beim Kauf zwingend auf die EDF-Qualität achten.
Balkonverkleidungen
HPL-Balkonbrüstungen sind ein zunehmender Trend – sie ersetzen klassische Glas- oder Holzverkleidungen. Vorteile: leichter als Glas, langlebiger als Holz, sichtschutz-tauglich, in vielen Dekoren verfügbar.
Außenmöbel und Gartenmöbel
HPL als Tischplatte für Gastronomie-Außenflächen oder hochwertige Gartenmöbel ist kaum zu schlagen. Eine HPL-Tischplatte in einem Biergarten überlebt zwanzig Sommer mit Sonne, Regen, Frost, Bierspritzern und Reinigung – während eine lackierte MDF-Platte nach drei Jahren ausgetauscht werden müsste.
Sonderanwendungen: Brückengeländer, Bahnhofsmöbel, Werbung
In allen Bereichen, wo Vandalismus, Witterung und Belastung zusammenkommen, ist HPL ein etablierter Werkstoff.
Stärken-Standards und gängige Formate
HPL-Kompaktplatten sind in folgenden Stärken Standard:
| Stärke | Typische Anwendung |
|---|---|
| 4 mm | Wandverkleidungen, leichte Möbelfronten (auf Trägermaterial verklebt) |
| 6 mm | Möbelfronten, Wandbekleidungen, leichte Tischplatten |
| 8 mm | Fassaden (EDF-Qualität), Möbelfronten, mittlere Tischplatten |
| 10 mm | Tischplatten, Sanitär-Stütztrennwände, Möbel-Sichtteile |
| 12 mm | WC-Trennwände, Sanitärausstattung, schwere Möbelteile |
| 13 mm | WC-Trennwände (Standard), Vandalismus-Anwendungen, Brüstungen |
Daneben gibt es Sonderstärken bis 20 mm und mehr für spezielle Anwendungen (Labortische, Schwerlast-Möbel, sicherheitstechnische Konstruktionen).
Gängige Formate:
Die Standard-Plattengröße liegt bei 2.500 × 1.250 mm oder 3.050 × 1.300 mm. Größere Formate bis 4.300 × 2.150 mm sind für Fassaden- und großflächige Möbelanwendungen verfügbar – diese Großformate erfordern aber Spezialtransport und sind nicht aus jedem Lager verfügbar.
Dekoroptionen: Hunderte von Dekoren sind verfügbar – Unifarben (von Klassikern wie Weiß und Schwarz bis zu RAL-Sonderfarben), Holzdekore (Eiche, Nussbaum, Kirsche, Walnuss), Steinoptik (Beton, Marmor, Schiefer), Metalloptik (Edelstahl, Aluminium, Kupfer) und gestalterische Sonderdekore. Bei Standardware ist die Dekorauswahl im Großhandel meist begrenzt – Sonderdekore haben Lieferzeiten von 4–12 Wochen.
Verarbeitung: Sägen, Bohren, Befestigen
HPL-Kompaktplatten lassen sich mit klassischen Holzbearbeitungsmaschinen verarbeiten – aber nicht mit klassischen Holzbearbeitungs-Werkzeugen. Die hohe Dichte und das harte Phenolharz greifen Standard-HSS-Werkzeuge in kürzester Zeit an. Konkret:
Sägen:
- Hartmetallbestückte (HM) Sägeblätter mit hoher Zähnezahl (bei 165 mm Sägeblatt: 40–80 Zähne) sind Pflicht.
- Schnittgeschwindigkeit moderat halten, damit die Schnittkante sauber bleibt.
- Ideale Variante: Tischkreissäge mit Vorritzeinrichtung – das verhindert Ausrisse an der Unterseite.
- Bei Heimwerker-Werkzeugen: Tauchsäge mit HM-Blatt für Holzwerkstoffe und Kunststoffe (z. B. spezielles „Multimaterial-Blatt“).
Bohren:
- Hartmetallbohrer oder Diamantbohrer sind erforderlich. Standard-HSS-Bohrer werden nach wenigen Löchern stumpf.
- Vorbohren bei Schraubverbindungen unbedingt notwendig – HPL spaltet sonst.
- Senkbohrer verwenden, um Senkschrauben sauber zu versenken.
Fräsen:
- HM- oder Diamantbestückte Fräser. Kantenfräser für saubere Kantenbearbeitung, Profilfräser für Möbelfronten.
- Schnittgeschwindigkeit und Vorschub müssen aufeinander abgestimmt sein – sonst Brandspuren oder Ausrisse.
Schrauben und Befestigung:
- Bei sichtbaren Schraubverbindungen Edelstahlschrauben verwenden (rosten nicht und sehen optisch hochwertig aus).
- Bei Außenanwendungen ausschließlich Edelstahl A2 oder A4.
- Für Fassaden gibt es spezielle Halteclips und Hinterschnitt-Anker, die die HPL-Platte ohne sichtbare Schraubköpfe an der Unterkonstruktion fixieren.
- Loch-Toleranz beachten: HPL bewegt sich bei Klimawechseln minimal, daher Bohrungen für Befestigungen 1–2 mm größer als der Schraubendurchmesser.
Kantenbearbeitung:
- HPL-Kanten lassen sich schleifen und polieren – die Schmalseite kann nach dem Schliff hochglanz oder seidenmatt aussehen.
- Anfasen reduziert Kantenscharfe (wichtig bei Sanitäranwendungen, wo Stoßverletzungen vermieden werden müssen).
In der Praxis lohnt sich für gelegentliche HPL-Verarbeitung der Werkzeug-Aufpreis nicht – hier ist der Online-Plattenzuschnitt beim Fachhändler die wirtschaftlichere Wahl. Sie bekommen die Platten millimetergenau zugeschnitten, ohne in Spezialwerkzeuge investieren zu müssen.
Wann lohnt sich HPL – wann nicht?
HPL lohnt sich, wenn:
- die Anwendung dauerhafter Feuchtigkeit oder Spritzwasser ausgesetzt ist (Sanitär, Labor, Bad, Außenbereich),
- Hygiene kritisch ist (Krankenhaus, Pflege, Kindereinrichtung, Lebensmittelverarbeitung),
- die Oberfläche chemisch belastet wird (Labor, Werkstatt, Reinigungsmittel),
- Vandalismus zu erwarten ist (öffentliche Toiletten, Schulen, Bahnhofsmöbel),
- die Anwendung dauerhaft im Außenbereich sein soll (Fassaden, Außenmöbel, Balkone),
- die Lebensdauer über 20 Jahre angestrebt wird (Investitionssicherheit).
HPL lohnt sich nicht, wenn:
- die Anwendung im trockenen Innenraum ohne besondere Belastung steht (klassischer Wohnzimmer-Schrank → Spanplatte ist günstiger),
- es sich um eine kurzlebige Anwendung handelt (Mietwohnungs-Möbel, Messe-Aufbauten),
- Gewicht kritisch ist (Camper-Ausbau – HPL ist mit > 1,3 t/m³ schwer),
- die Werkzeugausstattung für die Verarbeitung fehlt und kein Zuschnitt-Service genutzt wird,
- die Plattenfläche groß ist und das Budget nicht da ist – die Mehrkosten gegenüber Alternativen sind erheblich.
Lebenszykluskosten-Vergleich (Beispiel WC-Trennwand):
- HPL-Kompaktplatte 13 mm: hohe Investition, Lebensdauer 20–30 Jahre, faktisch wartungsfrei
- Beschichtete MDF.MR: niedrige Investition, Lebensdauer 5–10 Jahre, Pflege nötig, Austausch innerhalb 10 Jahren
- Über 30 Jahre gerechnet ist HPL meist günstiger – die Investition zahlt sich aus.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen HPL-Schichtstoff und HPL-Kompaktplatte?
HPL-Schichtstoff ist eine dünne, biegsame Lage (typisch 0,6–1,5 mm), die auf ein Trägermaterial (Spanplatte, MDF) aufgeklebt wird – das ist beispielsweise die Resopal-Oberfläche älterer Küchenarbeitsplatten. HPL-Kompaktplatte ist die selbsttragende Variante (typisch 4–13 mm) ohne Trägermaterial. Eine Kompaktplatte ist durch und durch homogen und kann allein verbaut werden, während HPL-Schichtstoff ohne Trägermaterial keine Stabilität hat.
Kann ich eine HPL-Kompaktplatte als Küchenarbeitsplatte verwenden?
Ja, prinzipiell sehr gut geeignet. HPL-Arbeitsplatten sind hygienisch, schnitt- und kratzfest, beständig gegen heiße Töpfe (bis 160°C kurzzeitig), spülmittel- und reinigungsmittelresistent. Allerdings ist HPL hart – ein abgestelltes Glas zerschellt bei direktem Kontakt eher als auf einer weicheren Oberfläche. Im Premium-Wohnküchen-Bereich werden HPL-Arbeitsplatten zunehmend gegenüber Naturstein und Mineralwerkstoff empfohlen, weil sie leichter und günstiger sind und bessere Hygiene-Eigenschaften haben.
Ist HPL UV-stabil und vergilbt nicht?
Im Innenbereich: ja, HPL behält seine Farbe über Jahrzehnte unverändert. Im Außenbereich gilt das nur für Außenqualitäten (EDF nach EN 438-6) – diese sind explizit UV-stabil getestet. Standard-Innenraum-HPL kann im Außenbereich (direkte Sonnenstrahlung) nach einigen Jahren vergilben oder ausbleichen. Beim Kauf für Außenanwendungen also auf die EDF-Klassifizierung achten.
Wie wird eine HPL-Fassade befestigt?
Es gibt drei Hauptmethoden: Sichtbare Verschraubung mit dekorativen Edelstahlschrauben (kostengünstig, optisch sichtbar), Klebebefestigung auf Aluminium-Unterkonstruktion (unsichtbar, aber bauphysikalisch anspruchsvoll), Hinterschnitt-Anker (Metallanker werden in eine spezielle Bohrung in der Plattenrückseite eingeklebt, dann an die Unterkonstruktion gehängt – aufwendig, aber sehr hochwertig). Die Wahl hängt von Architekt, Statik und Budget ab. In allen Fällen ist eine ETA-zugelassene Halterung Pflicht.
Kann ich HPL selbst zuschneiden oder muss ich beim Händler bestellen?
Theoretisch ja, praktisch oft nicht wirtschaftlich. HPL braucht Hartmetall- oder Diamantwerkzeuge, eine ordentliche Tischkreissäge mit Vorritzeinrichtung, und auch dann sind die Schnittkanten oft nicht perfekt. Für gelegentliche HPL-Verarbeitung lohnt sich der Werkzeug-Aufpreis nicht – beim Plattenzuschnitt im Fachhandel bekommen Sie die Platte millimetergenau und sauber zugeschnitten, oft günstiger als wenn Sie selbst Werkzeug kaufen müssen.
Plattenzuschnitt und Beratung
HPL-Kompaktplatten in den Standardstärken (6, 8, 10, 12, 13 mm) und gängigen Dekoren liefern wir mit millimetergenauem Zuschnitt – aus unserer eigenen Werkstatt mit den passenden Hartmetall- und Diamantwerkzeugen. Sie geben Maße und Dekor an, wir liefern fertige Zuschnitte deutschlandweit. Lieferzeit für Standardware in der Regel 2–7 Werktage, für Sonderdekore 4–12 Wochen.
In unserer Plattenware-Übersicht finden Sie die HPL-Kompaktplatten neben allen weiteren Plattenwerkstoffen. Wegen der großen Dekorvielfalt empfehlen wir bei HPL eine vorherige Anfrage – nicht jedes Dekor ist sofort lieferbar, und für größere Mengen lohnt sich die individuelle Bestellung.
Wenn Sie ein konkretes HPL-Projekt planen – Fassade, Sanitärausstattung, Möbelfronten, Tischplatten –, beraten wir Sie gerne telefonisch. Erreichbar Montag bis Freitag von 08:00 bis 16:00 Uhr unter +49 6302 600 41 63. Gerade bei HPL-Projekten ist die richtige Auswahl von Stärke, Klasse (Innen/EDF) und Dekor entscheidend – wir helfen, die passende Konfiguration für Ihren Anwendungsfall zu finden.
Wichtige Hinweise für HPL-Projekte:
- Bei Außenanwendungen zwingend auf EDF-Klassifizierung und ggf. ETA-Zulassung achten.
- Bei Sanitäranwendungen Edelstahlschrauben (A2 oder A4) verwenden.
- Großformate haben Sondertransport-Bedingungen – bei Bestellungen über 3 m × 1,5 m frühzeitig die Lieferlogistik klären.
- Restmaterial-Verwertung: HPL-Verschnitt lässt sich nicht klassisch recyceln, sollte aber als Sonderabfall fachgerecht entsorgt werden.
Weiterlesen: Wer im größeren Plattenwerkstoff-Vergleich nachsehen möchte, wie HPL gegenüber den anderen sieben gängigen Plattentypen abschneidet, findet die Übersicht im Plattenwerkstoffe-Hauptvergleich. Für die Frage, welcher Plattenwerkstoff im Möbelbau wirtschaftlich am sinnvollsten ist (Alternative zu HPL bei nicht-extremen Anwendungen), hilft der Vergleich Spanplatte, MDF und Multiplex.
